Die Regale im Baumarkt scheinen endlos. Leichtsinnigerweise hatten wir uns vor einigen Tagen ein kleines Gartenhäuschen gekauft. Erst waren wir noch stolz auf unser Schnäppchen, aber von fehlenden Bauteilen mal abgesehen, hatte das Haus einen weiteren entscheidenden Nachteil: Leider war das Holz nicht imprägniert!
Da Gartenhäuser nun mal -nomen est omen- im Garten stehen sollen, musste ich „nur mal eben schnell in den Baumarkt, um ein Holzschutzmittel zu besorgen“. So zumindest lautete mein Auftrag, der sich als komplizierter erwies, als gedacht.
Denn, wie gesagt, Baumarkt-Regale sind lang, hoch und für einen nicht sonderlich talentierten Heimwerker äußerst unübersichtlich.
Da! Ein Verkäufer! Ich lief auf den Mann zu, und fragte ihn nach einem geeigneten Holzschutz.
„Hm“, meint er fachmännisch. „Wollen Sie imprägnieren oder reicht eine Schutzlasur?“ Das war eine Frage, mit der ich nicht gerechnet hatte.
„Wir brauchen einfach einen Wetterschutz für das Holz unseres Gartenhäuschens“, versuchte ich zu erklären.
„Dann hole ich mal lieber meinen Kollegen!“ Offensichtlich war er doch nicht der fachkundige Experte, für den ich ihn zunächst hielt, denn er fügte -grammatikalisch fragwürdig- hinzu: „Ich bin nämlich Elektro!“
Egal in welcher Baumarkt-Kette, es ist scheinbar immer wieder besonders schwierig, genau den einen zuständigen Experten zu erwischen, den man gerade benötigt. Elektro erläuterte, dass „der Herr Weinert so einen Oberlippenbart hat. Und ‘ne Brille trägt er auch.“ Na, bei der Beschreibung musste der Mann doch aufzutreiben sein! Ich fand den Gesuchten schließlich in der Teppich-Abteilung, wo er gerade mit einem Kollegen über irgendeinen Chef oder Abteilungsleiter lästerte.
Nachdem die Zwei das mangelhafte Sozialverhalten ihres Vorgesetzten ausgiebig diskutiert hatten, kümmerte sich Herr Weinert schließlich um mein Problem: „Was für Holz ist es denn?“
Was diese Baumarkt-Menschen alles wissen wollen! Bin ich denn ein Baum? „Tja, so helles... Ich weiß nicht genau. Vielleicht Buche, oder so...“
Sein Blick sprach Bände! Er hätte mir auch gleich das Wort „Volltrottel“ an den Kopf werfen können; denn seine Augen drückten genau diese missbilligende Verachtung aus, die Baumarkt-Verkäufer wohl immer dann verspüren, wenn sie einen Kunden vor sich haben, der handwerklich eher ein Laie ist.
Aber immerhin konnte ich praktisch denken: „Es ist das Gartenhaus, das sie letzte Woche im Angebot hatten!“ Aber er war ja nur Experte für das Holz, nicht für die Häuschen, zu denen es verarbeitet wird. „Da fragen Sie mal in der Gartenabteilung, was für Holz das war. Und dann kommen Sie noch mal zu mir.“ Zu viel der Güte, lieber Verkäufer! Er sah mich etwas mürrisch an und fügte hinzu: „Ich bin jetzt nur mal kurz zur Pause!“
In der Gartenabteilung geriet ich zunächst an eine (freundliche!) Verkäuferin, die allerdings leider nur für Pflanzen zuständig war. Der Mann, der mir was über Gartenhäuser erzählen konnte, war gerade zur Pause. Vermutlich saß er da jetzt mit Herrn Weinert zusammen...
Ich beschloss noch ein wenig zu stöbern, denn ich wollte mir ohnehin noch einen Akku-Bohrschrauber zulegen. Die Auswahl war verwirrend groß. Es gab Markengeräte und No-Name-Schrauber, kleine und große... Außerdem bewegten sich die Preise in einer Bandbreite von 29 bis 119 €. Zufällig lief gerade Elektro (Oh, gar nicht zur Pause?) vorbei, und ich bat ihn um sein fachmännisches Urteil über zwei verschiedene Bohr-Schrauber der Fünfzig-Euro-Klasse.
„Das hier ist von ‚Dreck und Mecker‘, das andere ist von ‚Zosch‘“, erläuterte er. Darauf wäre ich alleine nie gekommen. Aber schließlich empfahl er mir das ‚Zosch‘-Gerät: „Weil, das hat den ATB!“ Obwohl er mir nicht präzise sagen konnte, wofür der oder das ATB nun genau wichtig sei („Damit flutscht’s einfach, Sie verstehen!“), beschloss ich, ihm zu glauben und packte das Teil in meinen Einkaufswagen.
Herr Weinert war inzwischen wieder von der Pause zurück und erkundigte sich, ob ich denn in der Gartenabteilung etwas erreicht hätte? „Der Herr war auch gerade zur Pause“, erklärte ich ihm. Weinerts Gesicht hellte sich auf. „Mensch, stimmt! Wir haben ja zusammen gefrühstückt, da hätt‘ ich ihn ja fragen können...“
Als ich den Gartenmann schließlich fand, war er keine große Hilfe. Schließlich war das Gartenhäuschen bereits seit der letzten Woche ausverkauft! Wie sollte er sich da noch erinnern, aus welchem Holz das Haus geschnitzt war?
Mit dieser ernüchternden Erkenntnis suchte ich Herrn Weinert, der sich diesmal bei den Werkzeugen versteckt hielt. Ich erzählte ihm von der Problematik und er begann zu grübeln: „Das Häuschen haben sie nicht zufällig dabei, oder?“ Ich verneinte so höflich, wie es mir gerade eben noch möglich war.
„Dann gibt’s nur eins!“ Ein energisch-autoritärer Ruck durchzuckte seinen Körper. „Dann müssen Sie eben diese Universalversiegelung nehmen. Die ist farblos und kann bei allen Holzarten problemlos angewendet werden!“
Ich war sprachlos: „Warum haben Sie mir das nicht schon vor einer Stunde gesagt?“, wollte ich wissen.
„Na“, meinte Herr Weinert, „ich dachte Sie suchen was besonderes. Sonst hätten Sie mich doch nicht fragen müssen. Dass man dieses Mittel immer einsetzten kann, so was weiß man doch!“ Danke für diesen erneuten Tritt auf mein Ego, Herr Weinert! Bloß raus hier!
Die zwanzig Minuten Wartezeit an der Kasse vergingen wie im Flug. Endlich war ich dran! Die Kassiererin musterte erstaunt meinen neuen ‚Zosch‘-Schrauber. „Warum haben Sie denn nicht den von ‚Dreck und Mecker‘ genommen? Da schwört mein Karl-Heinz drauf... Der MS 500 ist genau so teuer wie der ‚Zosch‘ und hat außerdem schon die stufenlose XTB!“
P.S.: Übersetzt man „Do it yourself“ eigentlich wirklich mit „Mach’s Dir doch selbst“???
Anregungen? Fragen? Kommentare?
kein-kommentar@gmx.de
Im Herbst auch wieder auf Papier:
Bei Zeit(t)räume Berlin erscheint das neue Buch (K)EIN KOMMENTAR
21.03.2008
09.03.2008
Total verschimmelt!
Noch habe ich natürlich keinen Grund mich aufzuregen. Ich warte schließlich erst seit knapp zwei Stunden. Offenbar ist die Sachbearbeiterin eine vom besonders gründlichen Schlage. Ich hoffe zutiefst, dass sie es mir nicht übel nimmt, dass ich gleich zwei Anliegen auf einmal habe: Ich brauche einen neuen Personalausweis und mein Reisepass muss dummerweise auch verlängert werden.
Oh, jetzt ist wieder jemand aus dem Amtszimmer herausgekommen. Der bedauernswerte Mensch sieht völlig fertig aus. Genau wie ich starren alle anderen gebannt auf die kleine grüne Lampe, die jetzt doch jeden Moment aufleuchten müsste, damit dem nächsten Bürger die Gnade zuteil wird, eintreten zu dürfen.
Die grüne Lampe leuchtet nicht auf! Nicht jetzt und fünf Minuten später auch noch nicht. Dann plötzlich öffnet sich die Tür und die Sachbearbeiterin tritt heraus. Missbilligend schaut sie auf uns Pack herab! „Was ist hier bloß wieder los?“ murmelt sie noch und verschwindet in Richtung Damen-Toilette.
„Na gut“, denke ich. „Auf Klo gehen kann ja nicht allzu lange dauern. Das ist immerhin ein legitimes Bedürfnis.“ Erst dann bemerke ich, dass die Amtmännin in der rechten Hand eine Gießkanne hält. Kann es denn wahr sein? Lässt die uns jetzt tatsächlich warten, weil sie erst Blumen begießt?
Natürlich lässt sie uns warten. Auf dem Rückweg vom WC geht sie noch langsamer als auf dem Hinweg. Schließlich muss sie jetzt die volle Kanne vorsichtig ins Büro bugsieren. Das erfordert offenbar totale Konzentration, denn sie würdigt uns keines Blickes.
Die Stimmung unter den Wartenden wird immer düsterer. Eine seltsame Mischung aus Resignation und Wut macht sich breit. Man würde jetzt ja gerne mal das Amtszimmer stürmen, und dieser Dame den Marsch blasen. Ihr erklären, dass es unser Geld ist, welches ihr Hier sein finanziert. Ganz richtig, „Hier sein“! Denn als Arbeit kann man das nicht bezeichnen, was diese Dame hier tut. Aber man will ja was von der Hexe und darf es sich nicht mit ihr verderben...
Obwohl ich mich heute morgen rasiert habe, fühle ich bereits wieder deutliche Bartstoppeln am Kinn. Eine hochschwangere Frau hat inzwischen ihr Kind zur Welt gebracht und ein älterer Mann ist entweder eingeschlafen oder verstorben. Ich überlege noch, welcher Schaden unserer Volkswirtschaft wohl durch sinnlose Wartezeit in Deutschlands Behörden entsteht, als zur Überraschung aller plötzlich die grüne Lampe erleuchtet, und ein Mann mit Lederjacke es endlich geschafft hat. Er ist dran!
Ein Wunder? Ja, ein Wunder, die Dame ist offensichtlich fertig mit der Pflege ihrer Büropflanzen. Nach erstaunlich kurzer Zeit kommt die Lederjacke wieder heraus. Den freudigen Blick einer Frau, die glaubt, nun an der Reihe zu sein, zerstört der Mann: „Ich bin noch nicht fertig! Ich brauche erst Gebührenmarken und muss dann noch mal rein.“
In den zwanzig Minuten, die der arme Kerl an der Kasse Schlange stehen muss, weil es ja nur dort die erforderlichen Marken gibt, rührt sich im Büro nichts. Die Dame bittet niemanden herein, das grüne Licht bleibt aus. Ein Blick in die Gesichter der Mitwartenden verrät, dass alle das gleiche denken: „Was macht die alte Zimtzicke jetzt da drinnen? Nägel lackieren, Kaffee kochen, eine Runde schlafen?“
Ob die Dame im Büro weiß, dass sie und ihre Kolleginnen die meistgehassten Frauen des Universums sind? Vermutlich ja! Denn offenbar hat eine zum Sadismus neigende Frau, nur zwei berufliche Möglichkeiten. Entweder sie wird Domina, oder sie geht eben zur Behörde...
Stunde um Stunde schleicht sich dahin. Zwischendurch kommt zur Abwechslung des tristen Alltags noch mal eine weitere Sadistin vorbei, öffnet die Tür und quietscht: „Sag mal Erika, hast Du das mit Frau Hoffmann schon gehört?“ Es folgt ein längerer Wortwechsel über die jüngsten Schicksalsschläge besagter Dame. Obwohl ich Frau Hoffmann nicht kenne, habe ich doch so viel verstanden, dass ihr Mann eine Jüngere hat, und ihre Tochter wohl wegen eines Musikers die Schule schmeißen möchte.
Die quietschende Stimme wird plötzlich still, als eine etwas behäbig wirkende Frau durch den Flur trabt. „Tag, Frau Hoffmann“, säuselt sie. Frau Hoffmann nuschelt irgendeinen Gruß zurück und ist sich offenbar völlig darüber im Klaren, dass sie gerade von 127 Wartenden mit einer Mischung aus Neugier und Bedauern angestarrt wird.
Ich weiß nicht mehr, wie es dazu gekommen ist, aber auf einmal bin ich dran. Und die Frau im Büro kann sogar grüßen: „Guten Morgen!“ Ist tatsächlich immer noch Morgen? Ich dachte es wäre viel später am Tag oder vielleicht schon irgendwann im nächsten Jahr!?
Ich erläutere meine zwei Anliegen und überlege noch für einen Moment, ob ich den Antrag des Reisepasses vielleicht lieber auf Knien stellen sollte. Aber vielleicht geht es auch so.
Natürlich war mir klar, dass ich noch Gebührenmarken brauche, aber der Besuch bei der Kasse dauert insgesamt nicht länger als eine halbe Stunde.
Dann aber gibt es ein Problem: „Haben Sie denn die Meldebestätigung dabei?“ Die Meldebestätigung?
„Ja, steht denn nicht in Ihrem Computer, dass ich hier gemeldet bin?“ Ich weiß ja, dass es da steht, ich sehe ja den Bildschirm. Aber der Drachen bleibt hart: „Ich muss da ganz sichergehen. Wir haben schließlich unsere Vorschriften! Kommen Sie morgen noch mal wieder...“
Oh, Du abartiger verachtenswerter deutscher Amtsschimmel! Als ich das Zimmer verlasse, begleitet das widerwärtige Wesen mich zur Tür. Allerdings nicht aus Mitleid, wie ich zunächst vermutet habe, sondern um den anderen Wartenden zu verkünden: „Ich bin jetzt zu Tisch. Nach dem Mittagessen sehen wir dann mal, wie weit wir heute kommen!“
Das neugeborene Baby hat inzwischen Laufen gelernt. Und die Leiche des alten Herrn wird auch endlich abtransportiert...
Oh, jetzt ist wieder jemand aus dem Amtszimmer herausgekommen. Der bedauernswerte Mensch sieht völlig fertig aus. Genau wie ich starren alle anderen gebannt auf die kleine grüne Lampe, die jetzt doch jeden Moment aufleuchten müsste, damit dem nächsten Bürger die Gnade zuteil wird, eintreten zu dürfen.
Die grüne Lampe leuchtet nicht auf! Nicht jetzt und fünf Minuten später auch noch nicht. Dann plötzlich öffnet sich die Tür und die Sachbearbeiterin tritt heraus. Missbilligend schaut sie auf uns Pack herab! „Was ist hier bloß wieder los?“ murmelt sie noch und verschwindet in Richtung Damen-Toilette.
„Na gut“, denke ich. „Auf Klo gehen kann ja nicht allzu lange dauern. Das ist immerhin ein legitimes Bedürfnis.“ Erst dann bemerke ich, dass die Amtmännin in der rechten Hand eine Gießkanne hält. Kann es denn wahr sein? Lässt die uns jetzt tatsächlich warten, weil sie erst Blumen begießt?
Natürlich lässt sie uns warten. Auf dem Rückweg vom WC geht sie noch langsamer als auf dem Hinweg. Schließlich muss sie jetzt die volle Kanne vorsichtig ins Büro bugsieren. Das erfordert offenbar totale Konzentration, denn sie würdigt uns keines Blickes.
Die Stimmung unter den Wartenden wird immer düsterer. Eine seltsame Mischung aus Resignation und Wut macht sich breit. Man würde jetzt ja gerne mal das Amtszimmer stürmen, und dieser Dame den Marsch blasen. Ihr erklären, dass es unser Geld ist, welches ihr Hier sein finanziert. Ganz richtig, „Hier sein“! Denn als Arbeit kann man das nicht bezeichnen, was diese Dame hier tut. Aber man will ja was von der Hexe und darf es sich nicht mit ihr verderben...
Obwohl ich mich heute morgen rasiert habe, fühle ich bereits wieder deutliche Bartstoppeln am Kinn. Eine hochschwangere Frau hat inzwischen ihr Kind zur Welt gebracht und ein älterer Mann ist entweder eingeschlafen oder verstorben. Ich überlege noch, welcher Schaden unserer Volkswirtschaft wohl durch sinnlose Wartezeit in Deutschlands Behörden entsteht, als zur Überraschung aller plötzlich die grüne Lampe erleuchtet, und ein Mann mit Lederjacke es endlich geschafft hat. Er ist dran!
Ein Wunder? Ja, ein Wunder, die Dame ist offensichtlich fertig mit der Pflege ihrer Büropflanzen. Nach erstaunlich kurzer Zeit kommt die Lederjacke wieder heraus. Den freudigen Blick einer Frau, die glaubt, nun an der Reihe zu sein, zerstört der Mann: „Ich bin noch nicht fertig! Ich brauche erst Gebührenmarken und muss dann noch mal rein.“
In den zwanzig Minuten, die der arme Kerl an der Kasse Schlange stehen muss, weil es ja nur dort die erforderlichen Marken gibt, rührt sich im Büro nichts. Die Dame bittet niemanden herein, das grüne Licht bleibt aus. Ein Blick in die Gesichter der Mitwartenden verrät, dass alle das gleiche denken: „Was macht die alte Zimtzicke jetzt da drinnen? Nägel lackieren, Kaffee kochen, eine Runde schlafen?“
Ob die Dame im Büro weiß, dass sie und ihre Kolleginnen die meistgehassten Frauen des Universums sind? Vermutlich ja! Denn offenbar hat eine zum Sadismus neigende Frau, nur zwei berufliche Möglichkeiten. Entweder sie wird Domina, oder sie geht eben zur Behörde...
Stunde um Stunde schleicht sich dahin. Zwischendurch kommt zur Abwechslung des tristen Alltags noch mal eine weitere Sadistin vorbei, öffnet die Tür und quietscht: „Sag mal Erika, hast Du das mit Frau Hoffmann schon gehört?“ Es folgt ein längerer Wortwechsel über die jüngsten Schicksalsschläge besagter Dame. Obwohl ich Frau Hoffmann nicht kenne, habe ich doch so viel verstanden, dass ihr Mann eine Jüngere hat, und ihre Tochter wohl wegen eines Musikers die Schule schmeißen möchte.
Die quietschende Stimme wird plötzlich still, als eine etwas behäbig wirkende Frau durch den Flur trabt. „Tag, Frau Hoffmann“, säuselt sie. Frau Hoffmann nuschelt irgendeinen Gruß zurück und ist sich offenbar völlig darüber im Klaren, dass sie gerade von 127 Wartenden mit einer Mischung aus Neugier und Bedauern angestarrt wird.
Ich weiß nicht mehr, wie es dazu gekommen ist, aber auf einmal bin ich dran. Und die Frau im Büro kann sogar grüßen: „Guten Morgen!“ Ist tatsächlich immer noch Morgen? Ich dachte es wäre viel später am Tag oder vielleicht schon irgendwann im nächsten Jahr!?
Ich erläutere meine zwei Anliegen und überlege noch für einen Moment, ob ich den Antrag des Reisepasses vielleicht lieber auf Knien stellen sollte. Aber vielleicht geht es auch so.
Natürlich war mir klar, dass ich noch Gebührenmarken brauche, aber der Besuch bei der Kasse dauert insgesamt nicht länger als eine halbe Stunde.
Dann aber gibt es ein Problem: „Haben Sie denn die Meldebestätigung dabei?“ Die Meldebestätigung?
„Ja, steht denn nicht in Ihrem Computer, dass ich hier gemeldet bin?“ Ich weiß ja, dass es da steht, ich sehe ja den Bildschirm. Aber der Drachen bleibt hart: „Ich muss da ganz sichergehen. Wir haben schließlich unsere Vorschriften! Kommen Sie morgen noch mal wieder...“
Oh, Du abartiger verachtenswerter deutscher Amtsschimmel! Als ich das Zimmer verlasse, begleitet das widerwärtige Wesen mich zur Tür. Allerdings nicht aus Mitleid, wie ich zunächst vermutet habe, sondern um den anderen Wartenden zu verkünden: „Ich bin jetzt zu Tisch. Nach dem Mittagessen sehen wir dann mal, wie weit wir heute kommen!“
Das neugeborene Baby hat inzwischen Laufen gelernt. Und die Leiche des alten Herrn wird auch endlich abtransportiert...
Fit for Monitor - So überstehen Sie die Arbeit am PC!
Die Arbeit am Computer gehört nicht unbedingt zu den Tätigkeiten, die man als besonders gesundheitsfördernd bezeichnen kann. Um so wichtiger ist es für alle Büromenschen, sich durch gesunde Ernährung, gezielte Wellness-Übungen und viel Flüssigkeit fit zu halten.
TOTAL VITAL: Idealerweise beginnt der Tag im Büro mit frischem Obst, einem möglichst probiotischen Joghurt und einer Tasse grünem Tee. Ganz wichtig: Nur wer ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, fühlt sich wohl und leistungsfähig, denn unser Körper benötigt täglich 1,5 Liter Wasser. Wem normales Wasser zu langweilig schmeckt, darf es gerne mit etwas Apfelsaft (naturtrüb, ohne Zuckerzusatz) mischen!
Der kleine Hunger am späten Vormittag wird mit einem leckeren Quark-Knäckebrot gestillt, um die Zeit bis zum Mittagessen zu überbrücken. Beim Mittagessen, z.B. einem knackig frischen Salat, ist darauf zu achten, dass es nach Möglichkeit Karotten enthalten sollte, die bekanntlich gut für die Bildschirm-geplagten Augen sind. Übrigens sind einige Tröpfchen Öl im Salat erlaubt, denn manche Vitamine können wir ohne Öl gar nicht in unseren Körper aufnehmen, da sie fettlöslich sind.
Als kleine Verruchtheit am Nachmittag ist es gestattet, zur Abwechslung eine Tasse aromatisierten grünen Tee zu genießen. Es gibt Firmen, in denen einmal pro Woche ein Wellness-Trainer spezielle Übungen für Rücken und Wirbelsäule anbietet. Die dort erlernten Übungen sollten natürlich unbedingt täglich durchgeführt werden!
In Verbindung mit oben genannten Ernährungstipps, der Aufnahme von viel Wasser sind solche Übungen der optimale Weg, um auf Dauer fit in Form zu bleiben.
Aber wer hat schon Zeit für den optimalen Weg?
NAJA VITAL: Normalerweise hat heutzutage niemand Zeit, um so umständliche Dinge wie Obst zu essen. Obst muss geschält oder gepellt werden und enthält im schlimmsten Fall sogar Kerne. Außerdem ist tropfender Saft von Orangen- oder Pfirsich-Stückchen absolut tödlich für jede Computer-Tastatur. Wie gut, dass es Vitamin-Drinks gibt! Eine Flasche Multivitamin auf Ex, dazu ein Mehrkorn-Power-Brötchen in Verbindung mit einem leckeren Latte Macchiato, und schon ist man gestärkt für den Vormittag.
Wenn man zwischendurch Hunger bekommt, bietet es sich an, einige Kekse auf dem Schreibtisch parat zu haben. Vollkorn-Schoko sind am besten, da sie immerhin noch etwas schokoladig schmecken, aber wegen des Vollkorns auch irgendwie gesund sind. Mit einem weiteren Latte Macchiato (sinnvollerweise mit einem doppelten Espresso) übersteht man die Zeit bis zum Mittagessen so einigermaßen.
Ach ja, das Mittagessen! „Hat jemand Zeit, um mir irgend etwas mitzubringen?“ Ein Teller Pasta stillt den Hunger, oder vielleicht ein Taco vom Mexikaner. Ab und zu kann man ja auch mal Sushi holen - Fisch enthält schließlich jede Menge Eiweiß.
Nachmittags bleibt man durch ein, zwei Becher Kaffee fit, vielleicht noch ergänzt von einer mit Cola Light heruntergespülten Vitamintablette. Schade nur, dass keine von den Vollkorn-Schoko-Keksen mehr da sind...
Wenn man bloß mal Zeit hätte, um kurz vom PC aufzustehen. Irgendwie ist alles total verspannt!
Aber wer hat normalerweise schon Zeit für irgendwelche komische Rückengymnastik? Vor allem, wenn man so im Stress ist?
KATASTROVITAL: Der alltägliche Stress macht es fast unmöglich, überhaupt Nahrung zu sich zu nehmen. Es geht gar nicht anders, man muss sich das Franzbrötchen, den Croissant und die Käse-Laugenstange halt einfach zwischendurch reinschieben. Wenn man nur genügend Kaffee nachspült, geht es einigermaßen.
Klar, dass man in der Hektik schnell wieder Hunger bekommt. Ein Glück, dass Schokoriegel jede Menge Power bieten. Mit zwei oder drei von diesen Dingern wird man die Zeit schon irgendwie überstehen, der viele Kaffee macht doch verdammt hungrig.
Da an ein richtiges Mittagessen nicht zu denken ist, muss man seine Pizza halt nebenbei mampfen. Salami und
Peperoni sind gut, doppelt Käse ist besser. Am besten man trinkt dazu eine Literflasche Coke, denn seltsamerweise lässt die belebende Wirkung des Kaffees schon wieder nach.
Am Nachmittag ärgert man sich, dass man nur die Pizza mit dem 30-cm-Durchmesser bestellt hat, denn jetzt hat man plötzlich richtig doll Hunger. Als Zwischenmahlzeit haben sich Chips ganz wunderbar bewährt. Mit einem Nachtisch-Menü aus Negerküssen, Schokoriegeln und Smarties ist man für die letzten Arbeitsstunden dieses Tages gewappnet.
Noch schnell ein paar Becher Kaffee gegen diese unerklärliche Mattheit, und alles wird gut.
Ein Glück, dass man sich bei diesem Job nicht auch noch bewegen muss...
TOTAL VITAL: Idealerweise beginnt der Tag im Büro mit frischem Obst, einem möglichst probiotischen Joghurt und einer Tasse grünem Tee. Ganz wichtig: Nur wer ausreichend Flüssigkeit zu sich nimmt, fühlt sich wohl und leistungsfähig, denn unser Körper benötigt täglich 1,5 Liter Wasser. Wem normales Wasser zu langweilig schmeckt, darf es gerne mit etwas Apfelsaft (naturtrüb, ohne Zuckerzusatz) mischen!
Der kleine Hunger am späten Vormittag wird mit einem leckeren Quark-Knäckebrot gestillt, um die Zeit bis zum Mittagessen zu überbrücken. Beim Mittagessen, z.B. einem knackig frischen Salat, ist darauf zu achten, dass es nach Möglichkeit Karotten enthalten sollte, die bekanntlich gut für die Bildschirm-geplagten Augen sind. Übrigens sind einige Tröpfchen Öl im Salat erlaubt, denn manche Vitamine können wir ohne Öl gar nicht in unseren Körper aufnehmen, da sie fettlöslich sind.
Als kleine Verruchtheit am Nachmittag ist es gestattet, zur Abwechslung eine Tasse aromatisierten grünen Tee zu genießen. Es gibt Firmen, in denen einmal pro Woche ein Wellness-Trainer spezielle Übungen für Rücken und Wirbelsäule anbietet. Die dort erlernten Übungen sollten natürlich unbedingt täglich durchgeführt werden!
In Verbindung mit oben genannten Ernährungstipps, der Aufnahme von viel Wasser sind solche Übungen der optimale Weg, um auf Dauer fit in Form zu bleiben.
Aber wer hat schon Zeit für den optimalen Weg?
NAJA VITAL: Normalerweise hat heutzutage niemand Zeit, um so umständliche Dinge wie Obst zu essen. Obst muss geschält oder gepellt werden und enthält im schlimmsten Fall sogar Kerne. Außerdem ist tropfender Saft von Orangen- oder Pfirsich-Stückchen absolut tödlich für jede Computer-Tastatur. Wie gut, dass es Vitamin-Drinks gibt! Eine Flasche Multivitamin auf Ex, dazu ein Mehrkorn-Power-Brötchen in Verbindung mit einem leckeren Latte Macchiato, und schon ist man gestärkt für den Vormittag.
Wenn man zwischendurch Hunger bekommt, bietet es sich an, einige Kekse auf dem Schreibtisch parat zu haben. Vollkorn-Schoko sind am besten, da sie immerhin noch etwas schokoladig schmecken, aber wegen des Vollkorns auch irgendwie gesund sind. Mit einem weiteren Latte Macchiato (sinnvollerweise mit einem doppelten Espresso) übersteht man die Zeit bis zum Mittagessen so einigermaßen.
Ach ja, das Mittagessen! „Hat jemand Zeit, um mir irgend etwas mitzubringen?“ Ein Teller Pasta stillt den Hunger, oder vielleicht ein Taco vom Mexikaner. Ab und zu kann man ja auch mal Sushi holen - Fisch enthält schließlich jede Menge Eiweiß.
Nachmittags bleibt man durch ein, zwei Becher Kaffee fit, vielleicht noch ergänzt von einer mit Cola Light heruntergespülten Vitamintablette. Schade nur, dass keine von den Vollkorn-Schoko-Keksen mehr da sind...
Wenn man bloß mal Zeit hätte, um kurz vom PC aufzustehen. Irgendwie ist alles total verspannt!
Aber wer hat normalerweise schon Zeit für irgendwelche komische Rückengymnastik? Vor allem, wenn man so im Stress ist?
KATASTROVITAL: Der alltägliche Stress macht es fast unmöglich, überhaupt Nahrung zu sich zu nehmen. Es geht gar nicht anders, man muss sich das Franzbrötchen, den Croissant und die Käse-Laugenstange halt einfach zwischendurch reinschieben. Wenn man nur genügend Kaffee nachspült, geht es einigermaßen.
Klar, dass man in der Hektik schnell wieder Hunger bekommt. Ein Glück, dass Schokoriegel jede Menge Power bieten. Mit zwei oder drei von diesen Dingern wird man die Zeit schon irgendwie überstehen, der viele Kaffee macht doch verdammt hungrig.
Da an ein richtiges Mittagessen nicht zu denken ist, muss man seine Pizza halt nebenbei mampfen. Salami und
Peperoni sind gut, doppelt Käse ist besser. Am besten man trinkt dazu eine Literflasche Coke, denn seltsamerweise lässt die belebende Wirkung des Kaffees schon wieder nach.
Am Nachmittag ärgert man sich, dass man nur die Pizza mit dem 30-cm-Durchmesser bestellt hat, denn jetzt hat man plötzlich richtig doll Hunger. Als Zwischenmahlzeit haben sich Chips ganz wunderbar bewährt. Mit einem Nachtisch-Menü aus Negerküssen, Schokoriegeln und Smarties ist man für die letzten Arbeitsstunden dieses Tages gewappnet.
Noch schnell ein paar Becher Kaffee gegen diese unerklärliche Mattheit, und alles wird gut.
Ein Glück, dass man sich bei diesem Job nicht auch noch bewegen muss...
England spielen
Haben Sie nicht auch mal wieder Lust, England zu spielen? Wie bitte, Sie wissen nicht wie das geht? Dann wird es aber höchste Zeit, denn schließlich ist „England spielen“ seit einiger Zeit total angesagt!
Zwingend notwendig für dieses ach so beliebte Gesellschaftsspiel ist ein Auto. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob dieses Auto nun schnell, langsam, hübsch oder hässlich ist! Rein ins Auto und schon kann es losgehen! Wohin, wollen Sie wissen? Na, Sie können aber auch Fragen stellen, auf die Autobahn natürlich!
Wichtig ist jetzt nur noch eines: Sie dürfen auf keinen Fall auf der freien rechten Spur bleiben, sondern müssen schnellstmöglich zu allen anderen Fahrern auf die knallvolle linke Spur. Sehen Sie, und schon sind Sie mittendrin, im beliebten „England spielen“.
Keiner weiß, wann genau dieses Spiel erfunden wurde. Fest steht allerdings, dass es immer beliebter wird. Das in der Fahrschule noch mühsam durchgehaltene Rechtsfahrgebot ist später nur noch blanke Theorie, wenn es darum geht, unsere Bundesautobahnen zu nutzen. „England spielen“ ist von Nord nach Süd der absolute Renner. Von Ost nach West sowieso...
Die Spielregeln sind denkbar einfach: Auf der rechten Spur fährt man nur kurzzeitig, etwa wenn man auf die Autobahn auffährt, beziehungsweise sie wieder verlässt! Nur die absoluten Looser unter den LKW-Fahren bleiben rechts, alle anderen fahren links.
Noch einfacher gesagt: Alle überholen keinen, denn rechts fährt ja (fast) niemand mehr. Das ist denn auch der einzige Nachteil an diesem schönen Spiel: Es geht nicht wirklich schnell voran, weil der Langsamste auf der linken Spur nun mal das Tempo bestimmt.
Die Profi-Liga unter den Spielern nutzt diese Chance zum Gas geben und überholt auch schon mal rechts. Im Gegensatz zu den britischen Bobbies wird diese Spielvariante allerdings von den deutschen Ordnungshütern noch nicht so gern gesehen.
Es wird höchste Zeit, dass die Spielregeln endlich auch von der Autobahnpolizei gelockert werden! Denn der Trend ist klar: Die Leute wollen halt „England spielen“ und links fahren. Dann sollten sie doch konsequenterweise auch rechts überholen dürfen.
Was, Sie meinen das sei doch alles völliger Quatsch? Man könnte doch genauso gut rechts fahren und die linke Spur nur zum Überholen nutzen?Stimmt schon, so ganz logisch ist das Spiel nicht. Aber das wäre vielleicht dann doch etwas zuviel verlangt. Denn schließlich hat, wann immer es in Deutschland um das leidige Thema Autofahren geht, der gesunde Menschenverstand bekanntermaßen Pause...
Zwingend notwendig für dieses ach so beliebte Gesellschaftsspiel ist ein Auto. Dabei spielt es überhaupt keine Rolle, ob dieses Auto nun schnell, langsam, hübsch oder hässlich ist! Rein ins Auto und schon kann es losgehen! Wohin, wollen Sie wissen? Na, Sie können aber auch Fragen stellen, auf die Autobahn natürlich!
Wichtig ist jetzt nur noch eines: Sie dürfen auf keinen Fall auf der freien rechten Spur bleiben, sondern müssen schnellstmöglich zu allen anderen Fahrern auf die knallvolle linke Spur. Sehen Sie, und schon sind Sie mittendrin, im beliebten „England spielen“.
Keiner weiß, wann genau dieses Spiel erfunden wurde. Fest steht allerdings, dass es immer beliebter wird. Das in der Fahrschule noch mühsam durchgehaltene Rechtsfahrgebot ist später nur noch blanke Theorie, wenn es darum geht, unsere Bundesautobahnen zu nutzen. „England spielen“ ist von Nord nach Süd der absolute Renner. Von Ost nach West sowieso...
Die Spielregeln sind denkbar einfach: Auf der rechten Spur fährt man nur kurzzeitig, etwa wenn man auf die Autobahn auffährt, beziehungsweise sie wieder verlässt! Nur die absoluten Looser unter den LKW-Fahren bleiben rechts, alle anderen fahren links.
Noch einfacher gesagt: Alle überholen keinen, denn rechts fährt ja (fast) niemand mehr. Das ist denn auch der einzige Nachteil an diesem schönen Spiel: Es geht nicht wirklich schnell voran, weil der Langsamste auf der linken Spur nun mal das Tempo bestimmt.
Die Profi-Liga unter den Spielern nutzt diese Chance zum Gas geben und überholt auch schon mal rechts. Im Gegensatz zu den britischen Bobbies wird diese Spielvariante allerdings von den deutschen Ordnungshütern noch nicht so gern gesehen.
Es wird höchste Zeit, dass die Spielregeln endlich auch von der Autobahnpolizei gelockert werden! Denn der Trend ist klar: Die Leute wollen halt „England spielen“ und links fahren. Dann sollten sie doch konsequenterweise auch rechts überholen dürfen.
Was, Sie meinen das sei doch alles völliger Quatsch? Man könnte doch genauso gut rechts fahren und die linke Spur nur zum Überholen nutzen?Stimmt schon, so ganz logisch ist das Spiel nicht. Aber das wäre vielleicht dann doch etwas zuviel verlangt. Denn schließlich hat, wann immer es in Deutschland um das leidige Thema Autofahren geht, der gesunde Menschenverstand bekanntermaßen Pause...
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